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Zwei brauen und ein weißes Pferd fressen von einem Heuhaufen.

Welche Kräuter eignen sich für Pferde?


Im Stall fällt dir auf, dass dein Pferd gerade im Fellwechsel empfindlicher wirkt, nach einer Futterumstellung Unterstützung braucht oder mehr Abwechslung im Trog gebrauchen könnte. Schnell stellt sich die Frage: Welche Kräuter eignen sich für Pferde – und wie setzt du sie sinnvoll ein? Kräuter können die tägliche Fütterung ergänzen, sollten aber passend zum individuellen Bedarf ausgewählt und richtig dosiert werden.

Kräuter für Pferde gezielt und verantwortungsvoll auswählen

Kräuter gehören seit Langem zur traditionellen Pferdefütterung. Getrocknete Blätter, Blüten, Samen und Kräutermischungen können den Speiseplan geschmacklich bereichern und liefern verschiedene Pflanzen- und Ballaststoffe. Sie ersetzen jedoch weder hochwertiges Raufutter noch ein bedarfsgerecht zusammengestelltes Grund- und Mineralfutter.

Entscheidend ist daher nicht, möglichst viele Kräuter gleichzeitig zu füttern. Überlege zunächst, warum du die Ration deines Pferdes ergänzen möchtest. Geht es lediglich um mehr Abwechslung oder besteht ein konkreter gesundheitlicher Anlass? Bei anhaltenden Beschwerden sollte immer zuerst tierärztlich geklärt werden, was dahintersteckt. Für zahlreiche pflanzliche Ergänzungen gibt es bislang nur begrenzte wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkung und zur optimalen Dosierung beim Pferd. Außerdem können Kräuter mit Arzneimitteln oder anderen Futterbestandteilen wechselwirken.

Diese Kräuter werden häufig an Pferde verfüttert:

Brennnesselblätter werden traditionell im Zusammenhang mit Stoffwechsel, Harnwegen und Fellwechsel eingesetzt. Die getrockneten Blätter lassen sich unter das normale Krippenfutter mischen. Im Sortiment von Bibo Natur werden naturbelassene Brennnesselblätter als Einzelfuttermittel für Pferde angeboten.

Kamillenblüten sind vor allem aus der traditionellen Fütterung empfindlicher oder unruhiger Pferde bekannt. Sie werden häufig im Zusammenhang mit Magen, Verdauung und allgemeinem Wohlbefinden genannt. Kamillenblüten können trocken verfüttert oder nach Herstellerangabe als Aufguss zubereitet werden.

Melissenkraut besitzt einen intensiven, zitronenartigen Duft und wird traditionell zur Ergänzung bei sensiblen Pferden verwendet. Aufgrund seines Aromas solltest du zunächst prüfen, ob dein Pferd das Kraut gern aufnimmt. Bibo Natur führt getrocknetes und geschnittenes Melissenkraut als einzelnes Futtermittel.

Fenchel und Anis sind häufig Bestandteile von Kräutermischungen für die Verdauung. Sie werden meist mit Kamille, Schafgarbe oder weiteren aromatischen Kräutern kombiniert. Solche fertigen Mischungen können praktisch sein, wenn die Bestandteile bereits aufeinander abgestimmt sind.

Artischockenblätter, Löwenzahn und Mariendistel werden traditionell im Zusammenhang mit Verdauung und Stoffwechsel eingesetzt. Sie sind jedoch keine allgemeine Ergänzung für jedes Pferd. Bei tragenden oder säugenden Stuten, bestehenden Erkrankungen oder einer gleichzeitigen Medikamentengabe solltest du vorher fachlichen Rat einholen. Für die bei Bibo Natur erhältlichen Artischockenblätter wird beispielsweise ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie nicht für säugende Stuten geeignet sind.

Einzelkraut oder Kräutermischung – was ist besser?

Ein einzelnes Kraut ist sinnvoll, wenn du genau weißt, welche Pflanze du einsetzen möchtest, und die Fütterung übersichtlich halten willst. So kannst du außerdem leichter erkennen, ob dein Pferd das Kraut akzeptiert und verträgt.

Eine Kräutermischung kombiniert dagegen mehrere Pflanzen für einen bestimmten Fütterungsschwerpunkt. Das kann im Alltag praktisch sein, setzt aber voraus, dass alle enthaltenen Kräuter zu deinem Pferd passen. Lies deshalb immer die vollständige Zusammensetzung und beachte die Fütterungsempfehlung des jeweiligen Produkts.

Beginne bei einem neuen Futtermittel mit einer kleinen Menge und gewöhne dein Pferd schrittweise daran. Getrocknete Kräuter sind konzentrierter als frische Pflanzen und sollten daher nicht nach Augenmaß in großen Mengen verfüttert werden. Auch eine dauerhaft wechselnde Kombination vieler verschiedener Präparate ist nicht automatisch sinnvoll.

Wann ist bei Kräutern besondere Vorsicht geboten?

Bei tragenden oder säugenden Stuten, Fohlen, Senioren, Pferden mit Stoffwechsel- oder Organerkrankungen sowie bei Tieren, die Medikamente erhalten, solltest du Kräuter nur nach Rücksprache mit einer Tierarztpraxis oder qualifizierten Fütterungsberatung einsetzen. „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch, dass eine Pflanze für jedes Pferd und in jeder Menge unbedenklich ist. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu sicheren und wirksamen Dosierungen vieler Kräuter sind weiterhin begrenzt.

Auch für Turnierpferde gelten besondere Regeln. Pflanzliche Inhaltsstoffe können unter das Doping- und Medikamentenreglement fallen oder durch Verunreinigungen problematisch werden. Die FEI empfiehlt deshalb, sämtliche Bestandteile von Kräuterprodukten zu prüfen und bei unbekannter Zusammensetzung besonders vorsichtig zu sein.

So findest du die passende Kräuterergänzung:

Orientiere dich nicht allein an allgemeinen Versprechen, sondern an deinem Pferd und seiner gesamten Ration. Stelle dir vor dem Kauf diese Fragen:

  • Was möchte ich mit der Fütterung erreichen?
  • Bekommt mein Pferd bereits andere Ergänzungsfuttermittel?
  • Passt das Kraut zu Alter, Gesundheitszustand und Haltung?
  • Ist die Zusammensetzung vollständig angegeben?
  • Gibt es Einschränkungen für Stuten oder Turnierpferde?

Kräuter können den Futterplan deines Pferdes sinnvoll und abwechslungsreich ergänzen. Am besten wählst du gezielt eine geeignete Einzelsorte oder eine nachvollziehbar zusammengesetzte Mischung, hältst dich an die Fütterungsempfehlung und beobachtest, wie dein Pferd darauf reagiert.